
Jede Übersetzung betritt einen neuen Raum.
"Wir zeichnen nicht nur, um etwas Sichtbares für andere zu erschaffen, sondern auch, um etwas Unsichtbares an seinen ungewissen Bestimmungsort zu begleiten."
John Berger

John Berger zeichnet für Spinoza: Bentos Skizzenbuch
John Berger zieht die Summe seiner Philosophie einer radikalen Zärtlichkeit. Mit »Bentos Skizzenbuch« ist ein Buch aus Skizzen, Erzählungen, Beobachtungen entstanden, das selbst ein Kunstwerk ist.
Der Philosoph Spinoza, auch Bento genannt, widmete die meiste Zeit seines Lebens dem Schreiben. In seinen Schriften erkundete er unser Verhältnis zur Welt. Doch er soll immer auch ein Skizzenbuch bei sich getragen haben. John Berger hoffte jahrelang vergeblich, dass eins dieser verschollenen Hefte auftauchen würde. Bis er eines Tages sein eigenes, »Bentos Skizzenbuch«, anlegte. Im Zwiegespräch mit den Überlegungen Spinozas ist John Berger der Unendlichkeit der Welt auf der Spur. Mit dem Stift, mit dem Pinsel, auf dem Motorrad untersucht er, wie Zeichnen und Schreiben, Alltag und Kunst, Malerei und Philosophie zusammenhängen.

John Berger zum Übersetzen und ein Geschenk für Rosa
"All die Jahre über hat mich eine Ahnung zum Schreiben angetrieben, dass etwas erzählt werden muss, das, falls ich es nicht versuche, unerzählt bleiben wird.“ „Ein Geschenk für Rosa“ ist das letzte Buch, das John Berger vor seinem Tod veröffentlichte. Er erforscht das eigene Schreiben und dessen untrennbare Verbindung zu Malerei, Fotografie und Musik, spiegelt sich in Geistesgefährten wie Charlie Chaplin, Albert Camus und Rosa Luxemburg. Berger nimmt Abschied von Künstlerfreunden und Verwandten wie seinem Onkel Edgar, der stets drei Brillen bei sich trug. Immer weisen seine Worte über das Selbstporträt hinaus, hinterfragt und erschließt seine Literatur auf einmalige Weise unsere Welt.

»Wir betrachten Bilder, um ein Geheimnis zu entdecken«
John Berger
John Berger begibt sich auf die Spuren von Piero della Francesca und Vermeer, Cézanne und Monet, Chardin und Morandi und zieht eine Linie weiter bis in unsere Gegenwart. Gleichzeitig kann der Leser nachvollziehen, wie sich Bergers Nachdenken über die Kunst entwickelt hat: von frühen Aufsätzen wie jenem über »Die Klarheit der Renaissance« bis zu seinen späten großen Entwürfen wie dem über das »Stillleben«, der hier zum ersten Mal ungekürzt publiziert wird.
Neben frühen, noch nie übersetzten Texten finden sich in dem Band auch die letzten Essays Bergers, die er nicht mehr selbst in Bücher aufnehmen konnte. Sie bilden das Vermächtnis dieses großen Liebenden, für den Sehen immer auch Entdecken bedeutete.

W. S. Merwin über Libellen und Flammen
„Die Poesie verdeutlicht uns beides, die großen Möglichkeiten wie das, was uns nicht gelingen wird“, sagt William Stanley Merwin. Nach den Libellen ist die erste deutsche Auswahl aus seinem mittlerweile über sechzig Jahre umspannenden Werk. Merwins Dichtung vermisst unsere Wirklichkeit und spürt zugleich dem Verborgenen unserer Erinnerungen, Ängste und Wünsche nach. Seine Gedichte bewahren das Gewissen Amerikas, sie sind ein aus unzähligen Reisen geborener, weltumspannender Schatz und eine einzigartige Verschmelzung von Natur und Poesie. Das Werk von W.S. Merwin, „eines der größten Dichter unserer Zeit“ (Los Angeles Review of Books), wurde zweimal mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet.

Haiku. Mit Zeichnungen von Cécile Wick
Das Haiku ist weltweit zum poetischen Ideal geworden. Ein plötzliches Aufblitzen, ein Bild, das sich in das Echo der Dinge schmiegt, ein Klang – drei Zeilen und doch eine ganze Welt. Drei japanische Dichter haben das Haiku geprägt – der wandernde Basho mit seinen meditativen Inbildern, Buson mit seinen malerischen Miniaturen und Issa mit seiner Liebe selbst zu den kleinsten Kreaturen. Die Dichter der Beat Generation – Jack Kerouac, Allen Ginsberg und Gary Snyder – steckten mit ihrer Haiku-Begeisterung den gesamten Westen an und übertrugen das poetische Ideal in unsere Gegenwart. Die hier vorliegende Sammlung bietet eine Einführung wie eine Hommage an die provozierende Kunst der Stille.

[...] das perfekte Geschenk in diesem Jahr: politisch, poetisch und macht gute Laune!
Nils Minkmar, Der siebte Tag
Als Polly Morland das Haus ihrer Mutter ausräumt, findet sie eine alte Ausgabe von John Bergers Buch »A Fortunate Man«, das von einem Landarzt erzählt, der in einem abgelegenen Tal arbeitete. Berührt von seiner Geschichte begibt sich Morland auf die Reise, die Frau kennenzulernen, die heute seine Praxis betreibt. Sie begegnet einer Ärztin, die eine Seltenheit ist in der modernen Medizin: Sie kennt ihre Patienten in- und auswendig, und ihre Geschichten sind eng mit ihren eigenen verwoben.
Morlands Bericht ist eine bewegende Liebeserklärung an eine besondere Landschaft, an eine Gemeinschaft und vor allem eine wunderschöne Meditation darüber, was es bedeutet, eine gute Ärztin und ein guter Mensch zu sein.

Leben als Widerstand
Barry Lopez erzählt von neun Freunden, die in alle Welt verstreut leben. Plötzlich erhalten sie einen Brief von der Regierung, die sie nach ihrer Haltung befragt – doch statt sich zu rechtfertigen, berichten sie von ihrem Leben.
Es sind ihre Akte des Widerstands, die Barry Lopez in den Mittelpunkt seiner Erzählungen stellt. Lakonisch und einfühlsam berichtet er von Versuchen, die verlorene Würde zurück zu gewinnen, und erinnert uns daran, dass Schönheit, Phantasie und Hoffnung Schwestern sind.