Erstes Licht, letzte Blicke
Auf dem Aletsch
Im Eis
Das Rauschen beginnt. Ein Besuch im September
Nach drei, vier Stunden unterfüttert erst leise, dann unüberhörbar ein Rauschen die Stille. Es kommt zunächst aus der Eisebene des Platzes, dann von den Berghängen. Gegen Mittag, als die Sonne senkrecht steht, ist das Rauschen überall: Tausende von Wasserfällen, Lachen, Bächen, Rinnen, Teichen, Gletschermühlen geben dem Raum, den das vibrierende Licht geöffnet hat, akustisch eine silbrige Transparenz. Das Rauschen ist so dicht, als stünde man unter einem Wasserfall. Sein Ursprung ist mit dem Ohr nicht zu lokalisieren: Der ganze Raum wird zu einem Tosen, mit dem das Eis sich auflöst, zum Fluß wird, zu einem Strom.
aus: Erstes Licht, letzte Blicke. Das verschwindende Eis. erscheint im März 2025 in Sinn und Form




Erstes Licht
Über dem Gletscher scheint die Erde sich aus dem Weltraum zu schälen. Erst unmerklich leise, dann wie ein beständiges sonores Vibrieren, das langsam die Landschaft aus Schnee und Eis füllt – mit Licht. Es geschieht so diskret und allmählich, daß man den Augenblick immer wieder verpaßt.
aus: Erstes Licht, letzte Blicke. Das verschwindende Eis. erscheint im März 2025 in Sinn und Form




